Zucht Historie
DER GRUNDSTEIN DER DEUTSCHEN TOSA-ZUCHT WURDE MITTE DER 70er JAHRE GELEGT.
Professor Hermann Heuser, ein Wissenschaftler aus Aachen, interessierte sich schon immer für seltene Hunderassen. So war er z. B. der erste deutsche Besitzer eines Karelischen Bärenhundes.
Eines Tages entdeckte er in einem englischen Hundebuch einen Hinweis auf den japanischen Tosa. Die knappe Beschreibung der Rasse machte ihn neugierig und er begann, zu recherchieren. Doch es sollte noch 6 Jahre dauern, bis die ersten Tosa nach Deutschland kamen.
Über die japanische Botschaft und diverse japanische Handelsgesellschaften, versuchte er, Kontakt zu Tosazüchtern zu bekommen. Immer wieder hörte er das gleiche: “Es gibt überhaupt keine Tosa”! Erstens ist der Tosa auch in Japan sehr selten und zweitens wollten sich seriöse und redliche Japaner nur sehr ungern mit dem Umfeld der Tosa identifizieren.
Über einen japanischen Buchversand kam Professor Heuser schließlich an Adressen von Tosazüchtern in Japan. Man schickte ihm nach langem Briefwechsel zwar Fotos, aber es kam kein Import zustande! Durch Zufall lernte Professor Heuser einen japanischen Plantagebesitzer kennen. Ganz beiläufig kam er auf das Thema T o s a zu sprechen. “Ja, ich kenne da ein paar Leute, die diese Hunde züchten”, erklärte der neue Bekannte. Nur drei Monate später erhielt Professor Heuser die Nachricht, er könne seine Hunde am Flughafen abholen. Überrascht fuhr er sofort nach Frankfurt. Und siehe da, in den Boxen stand ein Tosapärchen ” Taro und Hanako”.
Taro war 73 cm hoch und hatte ein Gewicht von 70 kg. Er war sehr typisch und hatte ein vorzügliches Gangwerk. Hanako maß 70 cm und wog knapp 62 kg. Auch sie war sehr typisch. Beide Tiere hatten den rassetypischen Charakter und noch sehr viel Instinkt.
Jetzt konnte die Tosazucht in Deutschland beginnen. In Professor Heusers Zwinger “Vom Breininger Berg” fiel am 12. Januar 1982 der erste Tosawurf in Deutschland. Es fielen noch zwei Würfe, so waren es insgesamt 34 Welpen. Leider wurden damals nur ganz wenige ausgestellt. Wegen persönlicher Probleme musste Heuser die Zucht 1986 schweren Herzens aufgeben und Taro und Hanako leider verkaufen.
Der neue Besitzer war Wolfgang Fink, ein Maschinenbauingenieur aus Moers. Er befasste sich schon länger mit Molossern. Der exotische Tosa faszinierte ihn sofort. Er übernahm Taro und Hanako und eine Hündin aus deren ersten Wurf, um die Hunde in seinem Zwinger “Of Hirosaki” weiter zu züchten.
Gleichzeitig versuchte Fink Kontakt zu anderen europäischen und amerikanischen Züchtern zu bekommen, da der Weg über Japan aussichtslos erschien. In Schweden lebte Geoffrey Stocklassa mit seinen zwei Tosa Geta und Aka, die er aus Kyushu bekommen hatte. Seine Frau, eine Japanerin, kam aus dieser Gegend. Trotzdem war es gar nicht so einfach, Tosa zu importieren. In seinem Zwinger “Kumamoto Tosa-Inus” kam es bedauerlicherweise nie zu einer Zusammenarbeit mit anderen europäischen Züchtern. Nur ein einziger Rüde wurde aus der Zucht von Stocklasse nach Deutschland gebracht. Aber der Rüde war leider impotent. In Schweden gab es damals insgesamt vier Würfe.
In Holland erwarb Anfang der 80er Jahre Frens Kappe mit seinem Zwinger Akkelei ein Tosapaar von einem japanischen Gastronomen, der zurück nach Japan ging. Fujishiro und Mitchiko wurden sehr häufig in der Zucht eingesetzt, wobei es aber leider auch zu Inzucht-Verbindungen kam. Da Kappe nie auf HD-Ergebnisse achtete und überwiegend auf eigene Blutlinien zurückgriff, manifestierte sich nach einigen Jahren die Erbkrankheit in seiner Linie. Sehr viele dieser Nachkommen stehen heute in Osteuropa!
Vielversprechend für Wolfgang Fink war ein Kontakt nach Hawaii zu Donald Lee jr. Dessen führender Rüde Mutsu, der auch in den amerikanischen Ahnentafeln zu finden ist, sollte der deutschen Zucht aus den Kinderschuhen helfen.
In der Zwischenzeit hatte Fink in seinem Zwinger 3 Würfe mit 32 Welpen. Auch diese Hunde, außer Bafuu und Bantu of Hirosaki, kamen nie in die Zucht und wurden auch nie ausgestellt. Deshalb überlegte er, ob es nicht sinnvoll wäre, einen kompletten Wurf nach Mutsu zu importieren. Doch dieser Versuch scheiterte, u. a. aus finanziellen Gründen. Viel schwerwiegender war aber, dass Taro im Alter von acht Jahren, nach einer Ausstellung an Herzversagen starb und Hanako auch kurz
darauf das Zeitliche segnete.
Fink gab die Zucht mit dem Tosa auf und wandte sich dem Bullmastiff zu.
Familie Jessen aus Heinsberg erwirbt Mitte der 80er Jahre eine Hündin aus dem letzten Wurf von Professor Heuser, Cohara vom Breinigerberg. Da Familie Jessen in der Nähe der holländischen Grenze lebt, war der Weg auch schnell zu Frens Kappe gefunden. Man erwarb bei ihm den Rüden Taico Benibana von der Akkelei. Als Cohara ins zuchtfähige Alter kam, erwägte man einen Wurf mit Cohara und dem japanischen Rüden Fujishiro in Holland. Aber die Hunde hatten kein Interesse aneinander. Zu Hause deckte dann in einem unbemerkten Augenblick Taico die Hündin. Aus dieser Verbindung gab es 1991 acht Welpen. Einzig der Rüde Akihito of Tamahimeden wurde ausgestellt und später auch zur Zucht eingesetzt. Der HD-freie Rüde gewann alle Titel in Deutschland, die zu holen waren. Anfang 2000 ging Importsperma des Rüden in die USA.
Mitte der 90er Jahre werden unterschiedliche Tosa aus USA importiert. 1995erwirbt Familie Jessen die Hündin Tensai vom Dog Star Kennel, eine Tochter des Weltsiegers 1996, Ryoma aus Japan. außerdem der Rüde Sir T. aus dem Fire Mountain Kennel und in Holland importieren Cor van Hugt und Robert Scholl einige Tosa aus dem Sakura Kennel. von Lew Glogower. Nach Schweden zu Magnus Malmgren gehen zwei Hündinnen aus diesem Zwinger. In Deutschland erwirbt Ake Möller bei Lew Glogower ebenfalls zwei Hündinnen, Chimbutsu und Ms. Busy. In den folgenden Jahren gibt es bei allen europäischen Züchtern mehr oder weniger große Zuchterfolge zu verzeichnen.
1999 fallen in Deutschland 24 Welpen aus 3 Würfen. Im Zwinger von Karin und Gerd Jessen “of Tamahimeden” fallen am 28.07.99 aus einem ungewollten Deckakt nach dem Rüden Akihito of Tamahimeden ( HD-frei ) und der Hündin Tensai Dog Stars ( HD-Schwer ) 4 Welpen, von denen die beiden Rüden Bidanshi und Botan of Tamahimeden später zur Zucht zugelassen werden. Im Zwinger Bokels Inu Zatto von Oke Möller und Bärbel Pradel fielen am 29.05.99 (10/3) Welpen nach dem Rüden Sir T. Fire Mountain Kennel (HD- Ü)
und der Hündin Chimbutsu (HD?) und am 08.08.99 (4/5) Welpen nach dem Rüden Sakuras Aramusha of Tamara (HD?) und der Hündin Mrs. Busy (HD?).
Die Zahl der in Deutschland registrierten Tosa steigt auf 35. Durch den regen und engen Kontakt zu Yoko Okushima, gelingt es außerdem drei Tosa aus Japan zu importieren. Dies waren die ersten Tosa aus Japan seit fast 20 Jahren. Nachdem im Jahr 2000 in Hamburg ein Kind durch zwei Pit Bull Terrier ums Leben kam, wurde unter anderem leider auch für den Tosa Inu in einigen Bundesländern ein Zuchtverbot ausgesprochen.
Somit waren erstmal alle Bemühungen, den Tosa Inu in Deutschland zu etablieren, zunichte gemacht. Der Wurf vom 08.08.99 im Zwinger Bokels Inu Zatto ist der letzte registrierte Tosa Inu — Wurf beim Club für Molosser bis zum heutigen Tag.
Die Tosa-Zucht in den USA
In den USA begann die Tosa-Zucht in den späten Siebzigern. In Georgia scheint die Wiege des Tosa Inus zu stehen. Scott Gibson importierte die ersten Tosa aus Japan. Der erste Zuchtrüde hieß Sei. Ihn findet man heute noch in vielen Ahnentafeln aus den USA. Eine sehr schillernde Persönlichkeit um den Tosa war der Schauspieler Jack Palance. Aus vielen Westernfilmen, wie Shane, Chatos Land, aber auch aus Filmen wie Batman oder Out of Rosenheim ist er sicher dem einen oder anderen bekannt. Palance produzierte in den 80ern eine Serie mit dem Titel “Believe it or not” (Glaub es oder nicht). In einer dieser Sendungen berichtet er über die ringenden Hunde von Japan. Jack Palance wurde ein großer Fan dieser Hunde und die Japaner schenkten ihm eine Hündin mit dem Namen Miss Kochi. Einige Monate später kam am Flughafen dann noch eine große Box mit dem 18-monatigen Rüden Kuma an. Palance züchtete zwei Würfe mit diesen Hunden. Etwas später gab er jedoch aus Zeitgründen die Hunde an den DogStar Kennel von Serena Burnett ab. Aus diesen beiden Hunden gingen sehr bekannte US-Tosa wie DogStars Sumo, Cherry, Akai oder Reddy hervor. Auch in anderen Bundesstaaten begann man zu züchten und zu importieren.Einige bekannte Züchter sind Anna Adams vom Fire Mountain Kennel, Paul Groenendael, Jerry Hall, Mariella Sachs, Marilyn Olsen Neville von Braveheart Tosas, Daryl Dieterle vom Matsu Kennel, Lew Glogower vom Sakura Kennel, Steve Ostuni von East West Trading oder Michelle Jones ( heute French) von Stone Wall East and West. Heute gibt es über 1500
Tosa in den USA. Der bekannteste Club ist zur Zeit die T.O.S.A., Tosa Owner Service Association.
































